Die unterirdischen Vulkane
Untergegangene Vulkane
In den letzten Jahrzehnten wurden Meeresgrundstudien im Thyrrenischen Meer durchgeführt, um den geologisch-morphologischen Zustand der versunkenen Teile der aeolischen Vulkane festzustellen. Aus dieser Studie ging hervor, dass sich der aeolische vulkanische Bogen nach Norden ausbreitet und einen ringförmigen Bogen macht. Diesem Bogen entlang findet man mindestens 7 weitere untergegangene Vulkane, sogenannte "seamounts". Jeder von ihnen hat einen Namen. Von der Westseite Alicudis im Uhrzeigersinn gesehen findet man: Eolo, Enarete, Sisifo, Marsili (der Riese, 2000 m und immer noch aktiv), Palinuro, Alcione und Lametini (im Nordosten Strombolis). Bisher ist noch keiner dieser Vulkane aus dem Meer aufgetaucht, wenn auch vulkanische Nebeneinheiten wie die Untiefen vor Filicudi, Salina und Panarea ihre Gipfel bis auf wenige Meter unter der Wasseroberfläche gebracht haben.

VULCANO
Vulcano ist die südlichste und drittgrösste Insel im Archipel. Der starken vulkanischen Aktivität wegen scheint die Insel bis nicht lange vor unsere Zeit bevölkert gewesen zu sein. Vor der letzten Eruption 1888 - 1890 lebten nur wenige Bauern in der Contrada del Piano und in Gelso. Nachdem sich der Krater "La Fossa" beruhigt hatte, setzte dann die Bevölkerung ein. Zur Zeit beschränken sich die Aktivitäten auf Nebenerscheinungen wie die "Fumarole", Rauchschwaden unter und über dem Wasser. In der Antike "Sacra" für den Gott der Vulkane, "Efesto" für den Griechen, Vulcano für die Römer, auch Hierà (die Heilige), Thermessa (di Warme) oder Térasia (warme Erde) genannt. Diese Bezeichnungen standen dafür, dass der Vulkan immer sehr stark aktiv war und dies seit seiner Entstehung vor ca. 120.000 Jahren. Die Insel sieht heute sehr viel anders aus als früher. Der ursprüngliche Vulkan war viel dominierender. Die geologischen Untersuchungen wurden durch die Tatsache erleichtert, dass es nur 4 vulkanische Kammern gibt, welche zu seiner Entstehung beigetragen haben. Sie bestehen bis heute, wenn auch zum Teil zerstört und verlaufen von Süden nach Norden. Der ursprüngliche Vulkan, bestehend aus Lavaströmen und pyroklastiscen Ablagerungen (Strato-Vulcano) war ein fast perfekter Kegel mit einem Durchmesser von ca. 5 Km und einer Höhe von ca. 1000 m. Seine Aktivitäten wurden unterbrochen durch ein Paroxysmus aussergewöhnlichen Ausmasses. Der Gipfel des Kegels fiel in sich zusammen und fiel 600 m in die Tiefe wo sich die Caldera del Piano von 2,5 km Durchmesser bildete. Wie normalerweise in solchen Fällen, fingen die vulkanischen Aktivitäten nach einer langen Ruhephase wieder an. Es bildeten sich verschiedene Eruptionszentren, welche die Caldera mit Material füllten.
IIm Nordwesten des Hauptvulkans bildete sich vor ca. 15.000 Jahren der rhyolithische Komplex von Lentia, welcher von der Caldera halbwegs verschluckt wurde. Dies währned einer Serie von Einstürzen in der dritten Phase vor ca. 13.000 Jahren. Die vierte Phase begann vor ca. 10.000 Jahren mit dem Aufleben der vulkanischen Aktivität im Zentrum der Caldera della Fossa. Der Kegel bildete sich durch pyroklastische Produkte und Lavaströme (Rhyolith und Trachit). Er erreichte eine Höhe von 391 m und die Aktivitäten blieben bis heute bestehen. Die letzte Eruption fand in den Jahren 1888 - 1890 statt und wurde von Mercalli und Silvestri gründlich studiert und dokumentiert. Die Eruption wie sie stattfand nannten sie "vulcaniano". Zuletzt in der fünften Phase bildete sich eine weitere Kammer auf der Nordseite zwischen Lipari und Vulcano. Vulcanello, das "Neugeborene" des Archipels. Ihre Plattform aus Lava, unterscheidet sich von der von La Fossa. In der Mitte des 16. Jahrhunderts bildet Vulcanello eine eigene runde Insel mit einem Durchmesser von ca. 1.4 Km. Dies bis zu dem Zeitpunkt als die zwei Vulkane die Meeresenge auffüllten und sich Vulcanello mit der Mutterinsel vereinigte. Zur gleichen Zeit, 1550, legte sich seine eruptive Aktivität nach heftigen Ausbrüchen.

Stromboli
Stromboli ist seit der Antike für seine beharrlichen explosionsartigen Aktivitäten bekannt. Wegen seiner eigentümlichen Charakteristiken wurde er als "stromboliano" definiert und bildet in der Vulkanologie einen Bezugspunkt. Es handelt sich um 100 - 200 m hohe andauernde, moderate Aktivitäten wie Auswürfe von Gas und glühenden Magmafragmenten. Die Dynamik dieser Explosionen ist darauf zurückzuführen, dass sich im oberen Teil der Magmaschloten Gas befindet. Das Gas welches sich in einer "Blase" sammelt die immer grösser wird, kommt zur Explosion und es werden Lavateile in die Luft katapultiert, welche wiederum im Kegel des Kraters landen.
Im Rythmus von 10 Minuten wiederholen sich diese Auswürfe. Wenn sich dieser natürliche Mechanismus des sich Entladens blockiert, zeigen sich paroxystische Reaktionen wie: starke Explosionen von seismischen Beben begleitet, starker Auswurf von grossen Lavafragmenten und dicke Wolken mit heissem Gas und Asche. Der Vulkanapparat Stromboli erhebt sich vom Grund des thyrrenischen Meeres mit 1500 - 1800 m und ist mit 924 m ü.M der zweithöchste Gipfel des Archipels. Die geologische Geschichte seiner Entstehung unter dem Meeresspiegel beginnt vor 200.000 Jahren im Eruptivzentrum von Strombolicchio. Von der Insel Strombolicchio ist heute nur noch eine kleine Spitze übrig geblieben. Nach ihrer Entstehung wurde sie von der Meereserosion völlig zerstört. Was übrig blieb ist der "neck" das heisst, der Lavafels aus Basalt und Andesit im Innern des Schlunds. Nach einer langen Ruhephase vor etwa 100.000 Jahren, etwa 5 Km entfernt, bildete sich im Meer ein neues Eruptivzentrum, die später die Insel Stromboli wird. Die Entwicklung Strombolis wird von der Geologie in mindestens 5 Stadien und zwei grosse Perioden eingeteilt.
Während der ersten Periode, welche vor ca. 20.000 Jahren endete, bildete sich die Insel Paleostromboli (Stromboli antico), wahrscheinlich etwas höher und grösser als sie heute ist. Davon geblieben ist die Südostseite, welche zwei Drittel der Insel darstellt. In der letzten Periode als das Eruptivzentrum nördlicher lag, formte sich der Neostromboli (Stromboli nuovo) und bildete neu was im Nordwesten untergegangen war. Dank der Aktivitäten der kleineren Zentren bildete sich das Vorgebirge von San Bartolo im Norder und Ginostra im Westen. Doch der erste Neostromboli zusammen mit Filo del Fuoco und Fili di Baraona wurden schwer beschädigt und stürzten 500 m tief ins Meer. So entstand die heutige Sciara del Fuoco. Wie der Name sagt, rutschen auf ihr massenweise Felsen und Lavaströme ins Meer hinab. Manchmal sind die Blöcke heiss, manchmal auch schon abgekühlt. Gelegentlich gehen die Bergstürze mit einem merkwürdigen, zischenden Geräusch nieder, das an Entgasungsereignisse an den Kratern erinnert. Die Eruptivzentren befinden sich heute auf 750 m auf einer Kraterterrasse nördlich von Vancori. Seit über 6.000 Jahren werden durch diese Eruptivzentren und ihre Basaltprodukte die durch den letzten Kollaps versunkenen Teile wieder aufgefüllt.





