Geschichte der Äolische Inseln - Ursprung, Traditionen, Veranstaltungen, Wissenswertes

Seit der Antike haben die aeolischen Inseln etwas Faszinierendes und Misteriöses. Von Homer bis zu den alten Römern, den Reisenden aus dem 8. Jahrhundert bis zu den heutigen Touristen, stellten und stellen die 7 Inseln so etwas wie magische Stätten dar. Hier hat die Natur für sich selber Orte unangetasteter Schönheit bereitgestellt. Tausende  Blautöne von Meer und Himmel, Farbvariationen und Düfte, schwarz glänzende Obsidiane und schneeweisser Bimstein. Ein Ort wo sich Legende und Wirklichkeit vermischen.

Nicht nur ihrer Schönheit wegen sind die aeolischen Inseln so einzigartig. Die Geschichte und die jahrtausend alte Kultur verleihen ihnen einen wichtigen Rang in der Welt des Mittelmeers. Hier hatte "Eolo" sein Reich der Winde aufgebaut und vor ihm bereits andere Herrscher. Vöker aus Sizilien, der italienischen Halbinsel, aus Griechenland und dem Orient waren alle angezogen wegen des milden Klimas und der günstigen geographischen Lage.

 

Schon ca. 4.000 v. Chr. , in der Steinzeit waren die ersten Einwohner von dem schwarz glänzenden Obsidian und dem schneeweissen Bimstein begeistert, die die Vulkane Liparis ausspuckten. Der messerscharfe Obsidian eignete sich besonders gut zur Herstellung von Waffen und Werkzeugen die dann auch anderen Völkern weiterverkauft wurden. Schnell wurde das Schloss Liparis direkt über dem Meer, zur Festung. Jahrhunderte nach der Zeit des Obsidians und nach Erfindung des Metalls, blieb der Archipel seiner günstigen geographischen Lage wegen nach wie vor Anziehungspunkt für viele Besucher. Tatsächlich waren die Inseln in der Bronzezeit 2.000 - 1.000 Jahre v. Chr. zentraler Punkt auf der Route der Handelsschiffe. Hier wurde Halt gemacht und die Schiffe mit Proviant versorgt. Gemäss Legende waren die ersten Bewohner die "Eoli" die den Inseln auch ihren Namen gaben. Nicht nur auf der Hauptinsel Lipari sondern auch auf Filicudi, Salina und Panarea entstanden Steinhüttendörfer. Die bewundernswerten Ruinen sind bis heute an vielerorts anzutreffen. Das berühmte Volk der "Micenea" hinterliess den Aeolischen Inseln eines der ältesten Bauwerke des Mittelmeers. Das im 15 Jahrhundert v.Chr. Bauwerk befindet sich in San Cologero in Lipari und ist ein Gebäude rund um eine schwefelhaltige Thermalquelle. Als die griechischen Siedler sich 580 v.Chr. hier und auf den anderen Inseln nieder liessen, hatten die Inseln bereits eine jahrtausende alte Geschichte.



 

Die Griechen nannten sie Lipàra oder Meligunis, dies möglicherweise ihres milden Klimas wegen; Salina Dydime, Zwillingsschwester von Lipari da sie auch über 2 Berggipfel verfügt; Vulcano Hierà, Heilige des aktiven Vulkans wegen und Stätte des Gottes "Efesto"; Stromboli Strongyle, wegen seiner Ähnlichkeit mit einem Kreisel; Alicudi Ericusa, Insel der Erika; Filicudi Phenicusa und Panarea Hicesia, deren Bedeutung bis heute unbekannt geblieben ist. In der griechischen Antike waren alle Inseln ausser Vulcano bewohnt und sehr betriebsam. Die Kultur und das Handwerk florierten und der Lebensstil war prächtig. Ein Beweis dafür sind die bei archeologischen Ausgrabungen zu Tage gekommenen  einzigartigen kleinen theatralischen Masken und Statuetten und die schön bemalten Vasen. Die Akropolis oder das Herz der Stadt war oben beim Schloss, dort wo sich heute eines der wichtigsten Museen in Europa befindet. Das Archeologische Museum ist dem grossen Archeologen Luigi Bernabò gewidmet. Zusammen mit Madeleine Cavalier widmete er sich während seines ganzen Lebens den Schätzen des Archipels. Ein Besuch in den fünf Räumen und dem archeologischen Park ist wie das Blättern in einem Geschichtsbuch; sich Blatt für Blatt der Gegenwart nähernd. Die leider später von den Römern zerstörte Stadt reichte bis zu den Abhängen des Schlosses der von Stützmauern umgebenen Contrada Diana, die bis heute erhalten geblieben ist. Die Aussteuer welche in den hunderten von Gräbern gefunden wurde, kann man heute im Museen bewundern. Nach einer langen verlorenen Schlacht 252 v. Chr. fielen die Inseln den Römern in die Hände. Trotz der Verlust ihrer Freiheit blieben die Inseln ein wichtiger Punkt im tirenischen Meer. Die Handelsrouten blieben bestehen und die vielen vor den Küsten der Inseln aufgelaufenen oder an Felsen aufgeschlagenen, gesunkenen Schiffe belieferten den Meeresgrund mit einer Vielzahl von Amphoren und Vasen. Mit dem erneuten Beginn der Aktivitäten der Vulkane und nach der Herrschaft der Römer blieb es Jahrhunderte ruhig um die Inseln. Eine überlieferte Geschichte des deutschen Mönchs Willibald erzählt, dass er während seiner  Durchreise  im Jahre 729 n.Chr., eine angsterregende schwarze Wolke gefüllt mit Asche und Bimstein beobachtete, die den Tag zur Nacht machte. Mit der Ankuft der Normannen im 11. Jahrhundert wurden die Inseln wieder bevölkert. Ihnen ist Bau des Schlosses, der Kathedrale und des Klosters zu verdanken. Nach San Bartolomeo, dem Apostel, wurde das Schloss benannt. San Bartolomeo ist bis heute der Schutzherr der Inseln. 1544 überfielen Kaireddin Barbarossas Piraten das Schloss und plünderten es. Dieses Ereignis war für die Geschichtsgelehrten von grosser Bedeutung. Die Spanier Karls des Fünften liessen riesige Mauern um das Schloss herum errichten. Die verleihen noch heute den Besuchern einen imposanten und schönen Eindruck. Erst als man sich nicht mehr vor Piraten fürchten musste, im Verlaufe des 17 Jahrhunderts, breiteten sich die Bewohner mit neuem Eifer über alle Inseln aus. 

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